One Piece - The Begin x)

In einem One Piece vor unserer Zeit...
 
StartseiteKalenderFAQSuchen...MitgliederNutzergruppenAnmeldenLogin
Login
Benutzername:
Passwort:
Bei jedem Besuch automatisch einloggen: 
:: Ich habe mein Passwort vergessen!
Die neuesten Themen
» Fuß der Bergkette
Gestern um 23:39 von Virgil Vrankensteen (NPC)

» Disziplin: "Tennis"
Gestern um 22:10 von Gamemaster

» Spa-Bereich
Gestern um 21:50 von John D. Pard

» Gotham – A New Day | FSK 16
Gestern um 20:22 von Gast

» Casino "Brot und Spiele"
Gestern um 19:35 von Gildarts Clive

» Gray Terminal
Gestern um 17:36 von Leviathan

» Hafen der Karateinsel
Gestern um 17:20 von Takage

» Die südlichen Schrotthügel
Gestern um 17:00 von Lambo Colonello

» Disziplin: "Turmspringen"
Gestern um 16:23 von Luc Juvenis

Piratenkaiser

Admiräle
Rebellionsführer
Claude Buffon
Gilda Thornes
Faust XVI Eduardo O'Collins
Yo Resel
Cipher Pol Leiter
Capricorn

Austausch | 
 

 Lektion in Kameradschaft

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Anzahl der Beiträge : 17
Anmeldedatum : 08.10.16
BeitragThema: Lektion in Kameradschaft   Sa Okt 22 2016, 16:29

8 Jahre zuvor...

Es war eine kalte Nacht, gefolgt von einem noch kälteren Morgen.
Nebel beschränkte die Sicht und Wolken verdeckten den Himmel.
Flechette stand auf dem Deck und prüfte ein letztes Mal, ob sein Revolver trotz der Luftfeuchtigkeit und Kälte einwandfrei funktionierte. Seine Kameraden um ihn taten dasselbe mit ihren Waffen, während die Mörsertrupps ihre Ausrüstung aus dem Laderaum hoch trugen, unterstützt von den Hilfsmatrosen.
"Gefreiter Fring, bewegen Sie Ihren faulen Arsch hier rüber!", schrie Kapitänleutnant McGunnerick von der anderen Seite des Decks, wo sich eine kleine Gruppe Gefreiter im Kreis versammelt hatte. Der Mann war breit gebaut und trug eine Glatze sowie einen ziegelroten Vollbart. Das fette Scharfschützengewehr auf seinem Rücken war eine Sonderanfertigung, auf die er besonders stolz war.
Flechette setzte sich in Bewegung und achtete darauf, auf dem nassen Deck bei dem starken Seegang nicht auszurutschen.
"Sie bekommen heute die einmalige Chance, etwas direkt für die Zivilisten dieser Welt zu tun", begann McGunnerick. "Die Piraten, die sich auf Vengeful Island verstecken, halten nämlich einige Geiseln - allesamt Aristokraten. Ihre Aufgabe wird es sein, die Befestigungen zu infiltrieren, sämtliche Widersacher auszuschalten und die Geiseln sicher raus zu bringen!"
Ein besonders kräftiger Brecher traf das Schiff und brachte die Crew ins Taumeln, nicht wenige verloren den Stand und rutschten über das nasse Deck, als das Kriegsschiff in Schieflage geriet. Die Reling verhinderte, dass dabei irgendwer von Bord fiel.
Als sich alle wieder gesammelt hatten, fuhr der Kapitänleutnant fort: "Unterstützt werden Sie von den Mörsertrupps, die dafür sorgen werden, dass unsere Widersacher schön in Deckung bleiben und auf alles andere achten als eine Gruppe von Eindringlingen. Sollten Sie auf den Anführer treffen, setzen Sie über die Teleschnecken einen Hilferuf ab und verziehen Sie sich. Den Kerl nehme ich mir höchstpersönlich vor."
Die Gefreiten nickten stumm und wankten unter dem Treffer eines weiteren Brechers.
"Gut, abtreten! Scharfschützen!"
Flechette und die anderen Gefreiten begaben sich zu den Landungsbooten, die Backbord bereit standen und bereits gefüllt wurden. Im Nebel vor dem Bug zeichneten sich bereits die Konturen von Vengeful Island ab, auf die das Kriegsschiff unvermittelt zu hielt.
Es dauerte nicht lang und die Landungsboote wurden zur See gelassen, während die Geschütze des Kriegsschiffs bereits die befestigten Stellungen an der Küste unter Beschuss nahmen.
Fernes Donnergrollen sowie das gelegentliche Aufleuchten von Widerschein im Nebel zeigten dabei die wirkungsvollen Treffer an.
Flechette bewunderte die Ingenieurskunst dieser Kanonen, die selbst bei heftigem Seegang ihr Ziel noch trafen.
Das Landungsboot unterdessen war mit Gefreiten und einem Obermaat gefüllt und hielt, vom Seegang hin und her geworfen, auf eine schmale Bucht an der linken Flanke der Küste zu, wo man den kleinen Trupp nicht bemerken würde.
Die Befestigungen an der Küste erwiderten unterdessen das Feuer, hatten jedoch Schwierigkeiten, das im Seegang schwankende Kriegsschiff überhaupt zu treffen, zumal sich dieses weit außer Reichweite der Kanonen befand. Vereinzelt konnte man nun auch die Schüsse von Scharfschützengewehren vernehmen sowie das Aufschreien vereinzelter Soldaten, als diese ihre Ziele fanden.
Mit einem kräftigen Ruck krachte das Landungsboot in den Kies am Strand und die Front klappte herunter. Die Gefreiten stürmten auf den Strand, als plötzlich links von Flechette ein Kamerad von einer unsichtbaren Macht nach hinten geworfen wurde und eine Blutfontäne aus seinem Hals schoss.
"Scharfschütze! In Deckung!", schrie der Obermaat und die Gruppe suchte Schutz unter einem Felsvorsprung.
Flechette warf den Mörsertrupps einen Blick zu, die weit größere Verluste zu beklagen hatten und auf dem offenen Gelände keine Deckung fanden. Wie die Fliegen fielen seine Kameraden unter dem Feuer der Scharfschützen, bis ein Trupp es endlich schaffte, einen großen Metallschild aufzustellen und dahinter in Deckung zu gehen. Sofort wurden die Mörser aufgestellt und nahmen die Scharfschützennester unter Beschuss.
Pfeifend gingen die Granaten auf die hölzernen Schuppen nieder und verwandelten diese in rußiges Kleinholz. Dabei flogen die Leichen von Männern sowie deren Gliedmaßen durch die Luft.
Von seinem Versteck konnte Flechette sehen, wie sich immer mehr Mörsertrupps aufbauten und die Verwundeten versorgten. Im Schutz eines Felsens wurde ein Lazarett aufgebaut, wo die Opfer der Scharfschützen hin getragen wurden.
"Alles klar, weiter!", gab der Obermaat nun von sich und setzte sich in Bewegung. Flechette wollte dem Mann folgen, doch kaum dass der sich erhoben hatte, platzte sein Kopf wie eine überreife Melone und Flechette spritzten in einem Blutnebel Gehirnteile sowie Knochensplitter ins Gesicht.
Flechette sah den Scharfschützen, der sich hinter einem Felsen versteckt hatte und dem Mörserfeuer so entgangen war. Niemand würde aus diesem Winkel an ihn heran kommen, also nahm er eine der Granaten vom Gürtel des Verstorbenen, warf diese auf den Scharfschützen, der gerade hinter seiner Deckung verschwunden war, und feuerte mit dem Revolver auf die Granate, kurz bevor diese ihr Ziel erreicht hätte.
Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und Kälte hätte er die Lunte ohnehin nicht zünden können.
Sie explodierte in der Luft und neben der Detonation hörte Flechette auch noch den Widerhall eines Schreis aus der Richtung kommen.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Anzahl der Beiträge : 17
Anmeldedatum : 08.10.16
BeitragThema: Re: Lektion in Kameradschaft   So Okt 23 2016, 14:24

"Obermaat Junkles wurde von einem Scharfschützen getötet", teilte Flechette dem Kriegsschiff über die Teleschnecke des Toten mit.
"Damit erteile ich Ihnen das Kommando und befördere Sie vorübergehend zum Maat", kam es unverzüglich von McGunnerick zurück. Die Teleschnecke sah ihn erbost an. "Wollen Sie den Rang behalten, beweisen Sie dass Sie ihn sich verdient haben! Ich lande in fünf Minuten ebenfalls, dann will ich Ihren Trupp nicht mehr am Strand sehen!"
"Ok, Männer", wandte sich Flechette an seine noch immer schockierten Kameraden, "Über den Strand kommen wir nicht rein. Zu viele Scharfschützennester und befestige Stellungen, die uns entdecken könnten. Darum suchen wir uns einen kleinen Umweg durch die Klippen und versuchen, seitlich oder von hinten rein zu kommen. Es wird nur auf meinen ausdrücklichen Befehl geschossen. Verstanden?"
Flechette war erstaunt über sich selbst. Er hätte niemals gedacht, dass er derart klar improvisieren konnte.
Die Männer nickten und er konnte die Dankbarkeit in ihren Blicken sehen. Sie mussten sich sehr nach Führung sehnen, mehr als Flechette es ihnen zugetraut hätte.
So übernahm er die Führung und wandte sich nach links, weg vom Strand, auf dem noch immer Mörser abgefeuert wurden und Landungsboote landeten, die Unmengen an Soldaten ausspuckten, welche im Schutz der Metallschilde weitere Lazarette und Mörserstellungen aufbauten, um sich der feindlichen Scharfschützen zu erwehren.
Indem Flechette und die Gefreiten in seinem Gefolge die glitschigen Felsen erklommen, gelang es ihnen, der Front des Feindes auszuweichen und an seine Flanke zu gelangen. Währenddessen lichtete sich der Nebel und ein Sturm zog auf, während der anfängliche Nieselregen zu einem permanenten Schauer wurde, der die Sicht noch stärker einschränkte als der Nebel es tat.
Gelegentlich erhellte ein Blitz die Dunkelheit unter der schwarzen Wolkendecke, die sich über Vengeful Island zusammen gebraut hatte und der Donner war so unglaublich laut und nah, dass er die Schüsse von Waffen übertönte.
Die Gefreiten behalfen sich gegenseitig, damit niemand abrutschte und in die tosende Brandung fiel. Dabei entstand eine stumme Übereinkunft unter den Männern, die mehr sagte als tausend Worte es je vermocht hätten. Ohne zu zögern, griff man sich unter die Arme, hob und zog sich gegenseitig die Felsen empor oder hielt sich aneinander fest, um nicht von den immer kräftigeren Windböen davon getragen zu werden.
Als sie schließlich im Schutz eines verlassenen Schuppens oberhalb der Klippen und außerhalb des feindlichen Forts verschnauften, schaute sich Flechette in der Runde um.
Keiner fehlte.
"So weit, so gut", stellte er zufrieden fest und betrachtete das sturmumtoste Fort. Die Palmen standen fast schon waagerecht, ihre Blätter kratzten über den Boden. Wäre der Strand aus Sand statt Kies gewesen, könnte man darin mittlerweile gar nicht mehr laufen.
Flechette stellte Fest, dass das Fort perfekt gegen solche Unwetter geschützt war. Denn es war vollständig aus Stein gebaut und die Wehrgänge sowie Türme waren allesamt überdacht, sodass die Scharfschützen, die, wie Flechette erst aus diesem Blickwinkel feststellte, alle aus der Tiefe des Raumes schossen, sich vollständig auf das konzentrieren konnten, was sich auf dem Weg zum Fort abspielte. Und der war, wie Flechette sehen konnte, viel zu schmal für einen Ansturm. Kein Wunder also, dass die Mörsertrupps nur dazu eingesetzt wurden, den Feind zu binden, während eine kleine Eingreiftruppe sich an eine Infiltration machte. Die Marine hätte hier bei einem Frontalangriff eine verheerende Niederlage eingesteckt, denn die Felsen verhinderten, dass das Fort vom Meer aus unter Beschuss genommen werden konnte und dadurch, dass der Weg zum Fort steil nach oben führte, hatte die Besatzung auch noch einen Stellungsvorteil.
"Seid ihr bereit?", fragte er in die Runde und erhielt erschlossenes Nicken. Der hautnahe Verlust ihres Kameraden hatte die Männer schockiert, doch die bevorstehende Aufgabe schien ihre Konzentration allmählich zurück zu bringen.
Flechette selbst hatte zu impulsiv gehandelt, als dass sich der Schock bei ihm hätte festsetzen können, als er den Scharfschützen kurzerhand erledigt hatte.
Nun zog er ein Messer aus seinem Gürtel, da er den Revolver trotz des tobenden Sturmes nur ungern eingesetzt hätte. Das Risiko einer Entdeckung war viel zu hoch.
Er gab den Männern ein Zeichen und sie schlichen sich aus dem Schuppen über die freie Fläche bis zur Mauer des Forts, an der entlang sie sich zur Rückseite des Forts vorarbeiteten. Dicht an die Mauer gepresst verhinderten sie, dass irgendwer, der gerade oben Wache hielt, die Männer bemerkt hätte, wenn er sich nicht gerade über die Brüstung gelehnt hätte - was bei diesem Wetter lebensgefährlich gewesen wäre.
Auf der Rückseite gab es wie erwartet ein zweites Tor mitsamt Torhaus, durch das der kleine Trupp in das Fort gelangen konnte. Flechette öffnete vorsichtig die Tür, was der Pförtner natürlich mitbekam und daraufhin seinen Posten verließ.
Flechette gab einem der Gefreiten ein Zeichen, der daraufhin zum Fenster des Torhauses schlich und in dieses hinein kletterte.
Wie erwartet, kam ihm der Pförtner entgegen. Flechette ließ das Messer schnell im Ärmel verschwinden und hob ergeben die Arme. Noch ehe sein Gegenüber etwas sagen konnte, war der Gefreite hinter ihm und hatte ihn gepackt und ihm eine Hand auf den Mund gelegt.
Der Pförtner wehrte sich heftig, doch Flechette ließ das Messer blitzschnell aus dem Ärmel in seine Hand gleiten und trieb es dem Mann in den Bauch.
Ein unterdrückter Schrei drang unter der Hand hervor, die seine Lippen versiegelte und Flechette stellte erschrocken fest, dass der Mann an dieser Wunde erst in ein paar Minuten oder gar Stunden sterben würde.
Also zog er das Messer wieder heraus und stieß mehrfach in rascher Folge auf die Brust des Mannes ein, was jedoch auch nicht den gewünschten Erfolg brachte.
Also gab er seinem Gefährten ein Zeichen, woraufhin dieser den Verwundeten los ließ und schlug dem Mann mit aller Kraft ins Gesicht, indem er den Dolch in der Hand umdrehte. Dieser fiel wie ein nasser Sack in die Arme des Gefreiten, der ihn vorsichtig ins Torhaus zurückzog und dort ablegte, während der Rest der Gefreiten aufschloss und die Nebentür zum Torhaus wieder verschloss.
Sie hatten es geschafft.
Sie waren ins feindliche Fort eingedrungen.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Anzahl der Beiträge : 17
Anmeldedatum : 08.10.16
BeitragThema: Re: Lektion in Kameradschaft   Mi Okt 26 2016, 21:06

Nachdem die Gruppe einem Rebellen über den Weg gelaufen war, der das Unglück hatte, auf seinem Rundgang direkt in die Arme des Trupps zu laufen, fand sich die Gruppe wesentlich leichter zurecht. Während einer der Gefreiten dem Mann seine Pistole in den Nacken drückte, führte dieser die Marinesoldaten durch das Fort.
Flechette, der dem Mann nicht traute, war nicht weiter überrascht, als sie plötzlich in eine Kantine liefen, wo gerade mindestens zehn Männer am Essen waren, die die kleine Crew natürlich sofort bemerkten.
Flechette griff sich den Kerl, der sie in diese Falle gelockt hatte, richtete seinen Revolver auf dessen Nacken und zerrte ihn vor sich. Dass er einen Menschen gerade als lebendes Schutzschild missbrauchte, machte ihm keinerlei Skrupel.
"Lasst eure Waffen fallen, oder euer Kamerad wird sterben!", brüllte Flechette den Rebellen entgegen, die verärgert der Aufforderung Folge leisteten.
Sein Gefolge unterdessen machte sich daran, die Männer zu bedrohen, um sie in der Mitte des Raumes zusammen zu treiben.
"Fesselt sie", gab Flechette knapp von sich. Ehe er dem Kerl in seinem Griff eins mit dem Kolben des Revolvers über zog, um ihn für seine List zu bestrafen.
Dann sandte er ihn mit einem Tritt in die Mitte seiner Kameraden und griff sich, nachdem die Gefreiten ihr Werk vollendet hatten, einen Neuen aus der Gruppe raus.
"So, du führst uns jetzt zu den Geiseln", verkündete Flechette gnadenlos. "Sonst rufe ich über meine Teleschnecke einen Kapitänleutnant hier rein. Der lässt keinen von euch am Leben."
Der Rebell rollte die Augen, ehe er widerstrebend nickte.
Tatsächlich führte er die Gruppe nicht wie sein Vorgänger einfach nur um ein paar Ecken, sondern einige Treppen hinunter, die in den Kerker des Forts führten.
Als sie jedoch an einem Raum voller Rebellen vorbei kamen, die sich gerade für ihren Fronteinsatz rüsteten, schrie er natürlich laut um Hilfe.
Ehe irgendwer reagieren konnte, brach ein Feuergefecht aus.
Einer der Rebellen hob die Waffe, an der er gerade poliert hatte, und schoss einem der Gefreiten in den Bauch, woraufhin die restlichen Gefreiten das Feuer auf die weniger vorbereiteten Männer eröffneten und so weitere Gegenwehr im Keim erstickten.
Flechette selbst nahm die Mündung vom Hals seiner Geisel und erschoss den Mann, der seinen Kameraden gerade angeschossen hatte.
Zwei der Gefreiten verbanden notdürftig den Verwundeten und nahmen ihn in ihre Mitte, seine Arme um ihre Nacken und ihre Arme um seinen Oberkörper, und trugen ihn weiter.
Flechette nickte den beiden zu, die ohne sein Kommando die Initiative ergriffen und automatisch das Richtige getan hatten.
Dann setzte sich der Zug in Bewegung. Die Geisel hatte bei dem Feuergefecht ebenfalls eine Kugel gefangen, weshalb Flechette den Mann im Flur zum Sterben zurückgelassen hatte.
Natürlich hatten andere die Schüsse gehört und kamen nun aufgescheucht durch die Gänge gerannt.
Die Gruppe war enttarnt, doch zumindest wussten sie jetzt, in welche Richtung die Gefangenen untergebracht waren.
Als sie im Keller ankamen, bedeutete Flechette seinem Gefolge zu stoppen und lauschen.
Stimmen kamen aus einem der beleuchteten Räume.
Jemand kommunizierte über eine Teleschnecke.
Man konnte nicht jedes Wort verstehen, doch es war klar, dass sie es hier mit dem Anführer zu tun hatten, der darüber benachrichtigt wurde, dass Eindringlinge das Fort infiltriert hatten und entsprechende Anweisungen gab.
Flechette gab den beiden, die den Verwundeten trugen, ein Zeichen, sich in einem der Lagerräume zu verschanzen, ehe er die Lage inspizierte.
Ein schneller Blick um die Ecke genügte, um ihm zu zeigen, dass der Anführer selbst die Geiseln bewachte, zusammen mit einer Gruppe von Gefolgsleuten. Die Geiseln waren gefesselt in der Mitte des Raumes untergebracht, umzingelt von Rebellen, während ihr Anführer an einem der Tische saß.
Der Mann trug einen olivgrünen Grabenmantel und ein rotes Schweißband, das die kurzen schwarzen Haare von der Stirn fernhielt.
Seine Bewaffnung konnte Flechette unterdes nicht erkennen.
Er holte die Teleschnecke hervor und entfernte sich von der Türöffnung.
"Hier Maat Fring", meldete er sich. "An Kapitänleutnant McGunnerick. Wir haben die Geiseln lokalisiert. Sie befinden sich in Gewalt des Anführers. Bitten um weitere Instruktionen."
"Hier McGunnerick", kam es gestresst zurück. "Gute Arbeit, Fring. Wir sitzen derzeit auf dem Weg zum Fort fest, werden jedoch sobald wie möglich zu Ihnen stoßen. Legen Sie sich unter keinen Umständen mit dem Anführer an!"
"Sir, ich melde zudem dass wir einen Verwundeten haben, der dringend medizinische Versorgung benötigt."
"Medizinische Versorgung ist unterwegs. Versuchen Sie ihn irgendwie bei Bewusstsein zu halten, bis wir eintreffen."
"Verstanden."
"Wer quatscht denn hier aufm Flur herum?", ertönte eine verärgerte männliche Stimme hinter Flechette, der sich umdrehte und dem Anführer ins Gesicht blickte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Anzahl der Beiträge : 17
Anmeldedatum : 08.10.16
BeitragThema: Re: Lektion in Kameradschaft   Mi Nov 02 2016, 15:56

"Kann man hier nicht mal in Ruhe telefonieren?", gab der Dunkelhaarige in gespielter Überheblichkeit zurück, ehe sich der Schock bei ihm festsetzen konnte. Seine Gefährten hoben die Waffen und warteten auf Flechettes Zeichen, doch der Anführer schien unbeeindruckt.
"Ganz schön frech für jemanden, dessen letzte Stunde geschlagen hat", knurrte er und zog den Grabenmantel aus, welchen er einfach zu Boden fallen ließ. Überraschenderweise trug er darunter nur eine dunkle Militärhose und ein Paar kräftiger Stiefel. Sein nackter Oberkörper war von Bergen über Bergen an Muskeln bepackt, jedoch wirkten seine Bewegungen geschmeidig wie die einer Raubkatze.
Waffen trug er keine.
"Willst du mich beleidigen?", kommentierte Flechette. "Oder warum trittst du mir unbewaffnet entgegen?"
"Waffen sind für Schwächlinge", kam es knapp und unbarmherzig zurück.
Flechette dachte an die Worte von McGunnerick, der ihm mehrfach eingetrichtert hatte, sich von diesem Mann fernzuhalten. Und so langsam verstand er auch den Grund dafür, doch aufzugeben kam für ihn nicht in Frage. Außerdem fühlte er sich durch die anderen Gefreiten um ihn herum gestärkt.
"Nach meiner Erfahrung sind Waffen eher etwas für Leute, die damit umzugehen wissen", konterte Flechette, um Zeit zu schinden. Sein Gegenüber wirkte jedoch nicht in der Stimmung, sich darauf einzulassen.
"Bringen wir's einfach hinter uns." Damit kam er auf die Männer zu geeilt, die sofort das Feuer eröffneten. Der Körper des Anführers wurde blitzschnell von schwarzen Stacheln überzogen, an denen die Kugeln wirkungslos abprallten.
Obschon er noch außer Reichweite war, hieb er durch die Luft, worauf hin sich mehrere Stacheln aus seinem Unterarm lösten und einen der Gefreiten an die Wand nagelten. Die freie Stelle visierte Flechette sofort an und gab einen schnellen Schuss ab.
Blut spritzte und der Mann zuckte fluchend zusammen.
"Du bist doch nur ein einfacher Soldat!", empörte er sich. "Wie kannst du so gute Reflexe haben und so präzise sein?"
Flechette zuckte die Schultern. "Übung, schätze ich?"
Ein Grinsen huschte über sein Gesicht.
Sie konnten diesen Mann tatsächlich besiegen.
"Mach dir aber nix vor", knurrte der Anführer und als er die Hand von der Wunde nahm, hatte er die Kugel zwischen den blutverklebten Fingern. Er ließ sie fallen und die Wunde schloss sich schlagartig, während die Stacheln wieder nach wuchsen.
Flechette konnte seinen Augen nicht trauen und verlor plötzlich wieder jede Siegesgewissheit.
"Nun... wo waren wir?" Damit schüttelte er seinen anderen Arm aus und nagelte einen weiteren Gefreiten an die Wand, drehte sich jedoch aufgrund der Lektion, die Flechette ihm gerade erteilt hatte, sofort weg, sodass er den Männern nicht die verwundbare Stelle präsentierte.
Als die Stacheln hörbar nachgewachsen waren, kam er noch näher und hob einen Gefreiten am Kinn an. Die Handflächen waren also offenbar nicht geschützt, da würde Flechette ansetzen. Oder an den Augen, die waren ebenfalls ungeschützt. Und vielleicht auch seine Fußsohlen...
Der Gefreite strampelte mit den Beinen, konnte sich jedoch nicht gegen den Griff wehren. Während er rot anlief, konnte Flechette beobachten, wie sich die Finger immer weiter in den Hals gruben, bis der Kehlkopf mit einem zum Zähneknirschen widerlichen Knacken zerbrach.
Röchelnd wurde der Verwundete fallen gelassen.
Flechette ließ sich keinen Moment, um in Schockstarre zu verfallen und schoss dem Mann direkt ins linke Auge.
Wie erhofft, konnte der nicht schnell genug reagieren, da er nicht damit gerechnet hatte und schrie laut auf, als das Sehorgan unter dem Einschlag der Kugel aufplatzte.
Nun wurde er richtig wütend, denn er begann die Gefreiten zu umkreisen und sprang so schnell von hier nach da, dass Flechette keinen sicheren Treffer mehr landen konnte. Seine verbliebenen zwei Gefährten gaben ihr Bestes, nicht von den gelegentlich heran fliegenden Stacheln getroffen zu werden, während sie Flechettes Beispiel folgten und ungeschützte Stellen beschossen, wenn auch ohne Erfolg.
Abgesehen von ein paar wenigen Streifschüssen an den Handflächen und Fußsohlen landeten die Gefreiten keine verletzenden Treffer.
Das Auge schien der Anführer jedoch nicht nachwachsen lassen zu können, denn Flechette sah immer wieder Blut aus der Wunde spritzen.
Er war weniger wendig als seine Kameraden, jedoch schien ihr Gegner darauf aus zu sein, Flechette für den Schluss aufzuheben.
Schließlich ließ die Ausdauer der Gefreiten nach und sie wurden ebenfalls von den rapiden Attacken ausgeschaltet.
Der Anführer schien nun doch sichtlich außer Puste, denn er hatte seit einigen Momenten darauf verzichtet, seine Stacheln zu werfen. Das Nachwachsen von Gewebe kostete ihn also Kraft, die er aus demselben Pool schöpfte wie alle Kämpfer ihre Ausdauer.
Das Loch, wo einst sein linkes Auge gesessen hatte, blutete nicht mehr, jedoch schränkte das fehlende Sehorgan seine Sicht stark ein, weshalb er es vermied, Flechette aus dem verbliebenen Auge zu verlieren.
Dies hätte Flechette ausnutzen können, wenn er selbst wenigstens halb so schnell wie sein Gegner gewesen wäre und er verfluchte seine mangelnde Agilität.
"Du machst mir doch noch nicht schlapp?", stichelte er, als sein Gegner einmal mehr an ihm vorbei huschte und es nicht schaffte, Flechette zu verletzen, was der Tatsache zu schulden war, dass sein Gegner aufgrund der hohen verbrauchten Ausdauer nicht mehr ansatzweise so schnell war.
Wenn er noch etwas länger durchhielt, konnte Flechette ihm auch das zweite Auge wegschießen.
Kaum hatte er den Gedanken zu Ende gebracht, schoss ein Stachel heran und traf den Revolver, der daraufhin zerbrach.
Verärgert ließ Flechette die Trümmer fallen und als er zu seinem Widersacher blickte, stellte er fest, dass dieser seine Stacheln einzog.
Die Verwandlung in Kombination mit den ganzen Angriffen und dem Heilen der Wunden schien ihn zu viel Kraft gekostet zu haben, als dass er länger in der Gestalt bleiben konnte.
"Also mit blanken Fäusten", stellte der Maat grimmig fest und hörte die Verletzten um sich herum stöhnen vor Schmerz.
"Bringen wir es zu Ende", entgegnete sein Gegenspieler knurrend und fletschte die Zähne.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Anzahl der Beiträge : 17
Anmeldedatum : 08.10.16
BeitragThema: Re: Lektion in Kameradschaft   Mi Nov 02 2016, 20:50

Flechette war klar, dass es jetzt ums Ganze ging.
Aber auch, dass die Chancen besser denn je seit Beginn des Kampfes standen.
Der Anführer war deutlich schneller als Flechette, allerdings hatten seine Schläge keine hohe Durchschlagskraft, weshalb der Dunkelhaarige diese mit einfachen Bewegungen abblocken und die wenigen direkten Treffer problemlos verschmerzen konnte.
Sein Gegner wich Flechettes meisten Schlägen blitzartig aus, weshalb der Maat rasch an Ausdauer einbüßte, ehe er effektive Resultate erzielen konnte.
Schließlich ging jedoch auch bei seinem Gegenüber die Ausdauer zu neige, was er natürlich schamlos ausnutzte, um den Mann mit dem baren Oberkörper am Arm zu packen und durch den Raum zu schleudern.
Sein Gegner krachte mit dem Rücken gegen eine der Wände und hinterließ ein Netz aus Rissen und Sprüngen in dem Gestein.
Der Anführer erhob sich mühsam aus der Staubwolke, die er aufgewirbelt hatte, wirkte jedoch weniger überrascht als noch bei den kritischen Treffern, die Flechette zuvor gelandet hatte. Offenbar konnte er ihn allmählich deutlich besser einschätzen.
"Merke dir meine Worte: Du bist kein Marinesoldat." Ohne darauf einzugehen, was sein Widersacher damit meinte, ging er wieder zum Angriff über.
Flechette war dieses Mal der Schnellere und landete einen kräftigen Treffer auf dem gesunden Auge, sodass dieses in den nächsten Momenten zuschwellen würde, wenn sein Gegner nicht gerade eine ebenbürtige Abwehrtechnik hatte.
Das konnte die entscheidende Wendung in diesem Kampf sein, wenn Flechette die nächsten Augenblicke durchhielt.
Wieder ging ein Hagel aus Schlägen und Tritten auf ihn ein, doch dieser war bei weitem nicht so dicht wie zu Beginn des Showdowns.
Dennoch hatte Flechette zunehmend Schwierigkeiten, jeden einzelnen Treffer abzuwehren.
Als es ihm zu bunt wurde, schmiss er sich kurzerhand nach vorne und packte seinen Gegner an der Taille, sodass er ihn mit sich zu Boden riss.
Sofort krabbelte er zum Torso des Anführers und kniete sich auf seine Schultern.
Dabei musste er einiges an Kraft aufwenden, um die abwehrenden Arme zurück zu drücken.
Als er schließlich auf seinem Feind saß, gönnte er sich einen Augenblick um zu verschnaufen, sein Widersacher tat es ihm gleich.
"Hättest du mich dir nicht für den Schluss aufgehoben, hättest du genügend Ausdauer gehabt, um mich zu besiegen", stellte Flechette fest. Er war jedoch zu erschöpft, um Spott anzuwenden.
"Ich wollte halt noch etwas Spaß haben, ehe ich abtrete", entgegnete der Anführer mit der Offenheit eines Besiegten.
"McGunnerick dürfte bald hier eintreffen, dann ist der Laden dicht", prophezeite der Dunkelhaarige.
"Dann beende das hier und geh mit den Geiseln raus", befahl der Liegende. "Dafür wurdest du schließlich auf Gefahr für Leib und Leben hier rein geschickt."
Aus dem zu geschwollenen Auge warf er Flechette einen Blick zu und ohne dass er es wahrnahm, legte dieser letzte Blick in ihm die Saat des Widerstandes.
Die jedoch für einige Jahre auf unfruchtbarem Boden verweilen würde.
Dann hob er seine Rechte, holte einmal tief Luft und schlug mit der gesamten ihm verbleibenden Kraft auf das Gesicht seines Gegners, sodass der das Bewusstsein verlor.
Ehe Flechette sich jedoch erhob, gab er sich einen Augenblick, wieder zu Atem zu kommen.
Seine Kameraden um ihn herum stöhnten vor Schmerz, die beiden, die es zuerst erwischt hatte, waren jedoch längst in Starre verfallen. Sie atmeten zwar noch röchelnd, jedoch lehnten sie nur an den Wänden, ohne jegliche Körperspannung und mit den Köpfen auf der Brust. Sie hatten sich offenbar von den Stacheln befreit, die sie durchbohrt hatten, würden es jedoch nicht lebend hier raus schaffen, wenn kein Wunder geschah.
Die anderen, die nicht tödlich verletzt waren, hatten ihre Wunden notdürftig versorgt und sich zu ihren sterbenden Kameraden zurückgezogen.
Da fielen Flechette die beiden ein, denen er gesagt hatte, sich zu verstecken.
Er nahm den beiden Sterbenden die Pistolen ab, dann ging er auf den Raum zu, aus dem der Anführer gerade gekommen war.
Es würde ihn seine letzte Kraft kosten, aber er musste das verbleibende Dutzend Feinde wohl oder übel alleine überwältigen.
Ein letztes Mal atmete er tief durch und sammelte sich, damit ihm die Erschöpfung nicht den klaren Verstand raubte.
Dann trat er durch die Tür, die noch immer offen stand und hob beide Pistolen. Er hatte nicht die Absicht, über Kimme und Korn zu zielen, da das mit zwei Waffen gleichzeitig ohnehin nicht praktisch umsetzbar gewesen wäre.
In rascher Folge verteilte er Kopfschüsse, zehn innerhalb einer Sekunde.
Die Rebellen waren dermaßen überrascht, dass sie zu spät reagierten.
Noch ehe der erste die Waffe heben konnte, kippte der letzte mit durchschossenem Kopf um.
Das Blutbad war grauenhaft anzusehen, gerade für die zivilen Geiseln, von denen nicht wenige mit Blut und Gehirnflüssigkeit oder Knochensplittern getroffen wurden.
Flechette ließ die Arme mit dem letzten besiegten Feind sinken.
Die Geiseln riefen und schrien wild durcheinander, ehe sie ihres Retters gewahr wurden und mit einer Mischung aus Dankbarkeit, Befremden und Furcht zu ihm aufblickten.
Trotz der Erschöpfung, die sich wie ein Leichentuch über ihn gelegt hatte und allmählich niederdrückte, verspürte Flechette eine grimmige Genugtuung und Befriedigung über das, was er geschafft hatte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Anzahl der Beiträge : 17
Anmeldedatum : 08.10.16
BeitragThema: Re: Lektion in Kameradschaft   Fr Nov 04 2016, 23:14

Platzhalter für den nächsten Part
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gesponserte Inhalte
BeitragThema: Re: Lektion in Kameradschaft   Heute um 17:00

Nach oben Nach unten
 
Lektion in Kameradschaft
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1
 Ähnliche Themen
-
» Der Zeitpunkt in deinem Leben

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
One Piece - The Begin x) :: Ingame-Bereich :: Flashbacks & Nebenplays-
Gehe zu: